Joel Greenblatt, ein amerikanischer Vermögensverwalter, empfiehlt den Kauf von 30 „guten Unternehmen": günstige Aktien mit hohen Gewinnen und hohen Kapitalrenditen. Er beschreibt sie als vereinfachte Version der Strategie von Warren Buffett und Charlie Munger von Berkshire Hathaway. In seinem Buch „The Little Book that Beats the Market" preist er den Erfolg seiner magischen Formel und behauptet, sie habe über 17 Jahre eine durchschnittliche jährliche Rendite von 30,8 % erzielt.
Eine Studie aus dem Jahr 2009 zu den nordischen Aktienmärkten von 1998 bis 2008 stellte fest, dass Greenblatts Formel zu einer Outperformance gegenüber den Marktdurchschnitten führte. Die Autoren wiesen jedoch darauf hin, dass die Formel am besten als Screening-Werkzeug genutzt und nicht dogmatisch angewendet werden sollte, da sich die mit Greenblatts Formel verbundene Outperformance durch Daten des Capital Asset Pricing Model und des Fama-French-Dreifaktorenmodells erklären lasse.
Eine Studie aus dem Jahr 2017 zu den schwedischen Märkten ergab, dass die Anwendung der Greenblatt-Formel in den Zeiträumen 2005 bis 2015 und 2007 bis 2017 zu einer langfristigen Outperformance der Marktdurchschnitte führte. Die Autoren stellten zudem fest, dass die „magische Formel" in einigen Phasen auch mit einer kurzfristigen Underperformance und einer deutlich erhöhten Volatilität verbunden war.
Der unabhängige Analyst Robert Andrew Martin veröffentlichte im Juni 2020 eine Backtest-Analyse von Greenblatts magischer Anlageformel für den US-Markt. Er stellte fest, dass die Anwendung der Greenblatt-Formel auf US-Aktien von 2003 bis 2015 eine annualisierte Durchschnittsrendite von 11,4 % erzielte. Das übertraf die annualisierte Rendite des S&P 500 von 8,7 % deutlich. Martin stellte jedoch auch fest, dass Greenblatts Formel den S&P 500 im Zeitraum 2007-2011 leicht underperformte, zeitweise sogar negativ wurde, und über den gesamten Zeitraum 2003-2015 insgesamt volatiler war als der S&P 500. Im Ergebnis fand Martin die Outperformance von fast 3 % „überraschend", aber nicht so hoch wie die in Greenblatts Buch behaupteten 30 % (auch wenn ihre jeweiligen Analysen unterschiedliche Jahre verwendeten). Martin merkte außerdem an, dass die Strategie ein „erhebliches psychologisches Risiko" berge, das mit der Underperformance in der Zeit nach der Finanzkrise 2007-2008 verbunden sei.
The Little Book That Beat the Market - Joel Greenblatt - 2005