In der Welt der Geldanlage ist der Name Benjamin Graham weithin bekannt, insbesondere durch die Fürsprache von Warren Buffett. Obwohl Grahams Bücher vor Jahrzehnten geschrieben wurden, dienen sie nach wie vor als wertvoller und aufschlussreicher Leitfaden für die Aktienauswahl. In seinen Schriften skizzierte Graham einen Algorithmus aus acht zentralen Punkten, mit denen sich die von ihm als „defensiv" bezeichneten Aktien identifizieren lassen.
Graham zufolge gelten defensive Aktien als Aktien höchster Qualität und werden von ihm nachdrücklich empfohlen. Aktien mit höheren Risiken werden dagegen als „unternehmend" eingestuft. Um als defensive Aktie zu gelten, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein.
Diese Anforderungen sind die folgenden:
Regel Nummer 2 ist eng mit dem Buchwert verknüpft, der bestimmt, ob die Bilanz das Vermögen oder die Verbindlichkeiten begünstigt. Diese Regel wurde je nach Sektor auf zwei verschiedene Arten formuliert.
\( \text{Rule 1A}=\frac{\text{Current Assets}}{2*\text{Current Liabilities}} >0.75\)
\( \text{Rule 1B}=\frac{\text{Net Current Assets}}{\text{Long-Term Debt}}>0.9 \)
Die Alternative für Versorger und Finanzwerte lautet:
\( \text{Rule 1B}=\frac{2*\text{Equity}}{\text{Debt}}>0.9 \)
Bei defensiven Unternehmen legt Graham nahe, dass sie über die letzten zehn Jahre eine Erfolgsbilanz beständiger Gewinne aufweisen sollten. Das bedeutet, dass sie über einen erheblichen Zeitraum einen positiven Gewinntrend halten konnten.
Indem sie dieses Kriterium erfüllen, zeigen defensive Unternehmen ihre Fähigkeit, wirtschaftliche Stürme zu überstehen und in ihrer finanziellen Leistung stabil zu bleiben. Es ist, als hätte man einen starken Schild gegen Marktunsicherheiten.
\( \text{Earning Stability}=\text{10%}*\text{Continuous Years of Positive Earning} >\text{50%}\)
Wie bei Regel Nr. 3 ist ein weiteres wichtiges Kriterium für ein defensives Unternehmen die beständige Zahlung von Dividenden über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren. Das bedeutet, dass das Unternehmen Jahr für Jahr seine Gewinne über Dividendenzahlungen mit seinen Aktionären geteilt hat.
Indem es diese Anforderung erfüllt, zeigt ein defensives Unternehmen sein Bestreben, seinen Anlegern einen stetigen Einkommensstrom zu bieten. Es beweist finanzielle Stabilität und Verlässlichkeit über einen langen Zeitraum.
\( \text{Dividend Record}=\text{5%}*\text{Continuous Years of Paid Dividend} >\text{5%}\)
Neben den Kriterien der finanziellen Stabilität und des Wachstums betonte Graham auch, wie wichtig es ist, den Preis eines Unternehmens zu berücksichtigen. Er war der Ansicht, dass eine umfassende Analyse nicht nur die Fundamentaldaten des Unternehmens, sondern auch seine Bewertung einbeziehen muss.
Grahams quantitative Kriterien für die unternehmende Anlage sind der niedrigere Wert aus 120 % des materiellen Buchwerts je Aktie (TBVPS) oder einem KGV von 10. Mit einer Herleitung ähnlich der Graham Number erhält man die folgende Berechnung des inneren Werts.
\( \text{Serenity Number}=\sqrt{12*\text{EPS}*\text{TBVPS}} \)
\( \text{Serenity Number (%)}=\frac{\text{Serenity Number}}{\text{Stock Price}} \)
Die Graham Number hat eine faszinierende Bedeutung. Sie lässt sich als der innere Wert eines Unternehmens definieren, ermittelt unter Berücksichtigung sowohl seines Buchwerts (Vermögen) als auch seiner Gewinne. Im Fall von Apple gibt Graham einen inneren Wert von 18,91 USD an. Übersteigt der Aktienkurs diesen Wert, deutet dies darauf hin, dass das Unternehmen überbewertet sein könnte